Mit dem Thema Schwarzenbachtalsperre hat Wanderführerin Rosemarie Kappler ein aktuelles Interesse angesprochen und so sind wir eine Gruppe mit 27 Teilnehmern- trotz eher negativer Wetterprognose, erfreulicherweise abermals trocken, jedoch kühl.
Generell ist das Thema Schwarzenbachtalsperre zumindest regional sehr präsent durch Presse, TV und Rundfunk.
Seit dem vergangenen Winter wurde das Wasser des Stausees sukzessiv abgelassen. Pro Woche konnte der Pegelstand um 1 Meter abgesenkt werden. Seit Anfang April ist die Talsperre bis auf 6 Meter Wassertiefe geleert – im normalen Betriebszustand liegt der Wasserspiegel bei 668,5 m ü. NN.
Die Staumauer ist 65,3 m hoch und der See erstreckt sich auf 2,5 km Länge und faßt 14,4 Millionen Kubikmeter Wasser. Das gesamte Bauwerk ist 100 Jahre alt und der Vorgang der Leerung wiederholt sich in diesem Jubiläumsjahr zum 4. Mal – anno 1935, 1952 und 1997! Grund für die Leerung sind umfassende Revisions- und Sanierungsarbeiten sowie der Ausbau des Pumpspeicher – Kraftwerks. Die Maßnahmen werden durch die EnBW durchgeführt – sie investiert dazu 280 Millionen Euro und rechnet mit der Fertigstellung im Oktober 2026!
Eine Mammutaktion war zuerst mal die Abfischung des Gewässers und da hat sich die Pachtgemeinschaft der Angelvereine Schwarzenbach mit mühevoller Arbeit und Gemeinsinn erfolgreich ans Werk gemacht.
Nicht genug gelobt werden kann die sensible Rettungsaktion und Umsiedelung des Fischbestands!
Die Fische ( Barsch, Zander, Hecht, Karpfen, Wels und Forellen etc. )wurden nicht wie noch 1997 gekeult, sondern mit einem E – Gerät durch elektrischen Schlag betäubt und dann mittels Kescher gefangen.
Die Fische erholen sich nach ca. 1 Minute wieder und sind quicklebendig, sie erleiden dabei keinerlei Schaden!Sehr schwierig ist der Transport der Netze über die vielen Baumstümpfe und großen Steine im leeren Stausee, denn immer wieder bleiben sie daran hängen.
Die Angler transportieren die Fische mit speziellen LKW‘s zu den Baggerseen des Rhein‘s. Der Neubestand der Fische wird von der EnBW mitfinanziert. Tausend Dank an alle Beteiligten der behutsamen Fisch – Rettungs – Aktion!
Wir durften gestern nicht nur eine 💯 jährige Geschichte nachvollziehen, sondern auch faszinierende Natur entlang des 6,5 km langen Rundwegs bestaunen. Nicht nur das Grün der Baumgewächse, Moos, Wurzeln und Ginster begeisterten, sondern auch die vielen, kurzen Baumstümpfe im leeren Stauseeboden – irgendwie auch schön.
Zum Trinken und Vespern gab es genügend Pausen und Plätze, auch ein Geburtstagslikörchen – Prost!
Was zahlreich am Weg entlang auffällt, sind die deutlichen Warnschilder mit dem Hinweis, nicht ans Ufer zu gehen. Der schlammige Untergrund dort führt unweigerlich zum Einsinken – selbstständiges Befreien ist absolut unmöglich! Es waren schon mehrere – für die Rettungskräfte sehr riskante Einsätze – auch mit Beteiligung von Hubschraubern nötig! Wir alle sind sehr entsetzt über die lebensbedrohende Ignoranz der Hinweise!
Abschließend ganz großen Dank an unsere sehr gut vorbereitete Wanderführerin Rosemarie Kappler, die Übersicht einer so zahlreichen Gruppe ist kein Sonntagsspaziergang. Nebenbei hat Rosi noch mit interessanten Erläuterungen aufgewartet.
Freude bereitete uns auch die Anwesenheit von Gerard Kesselhut – nicht nur wegen den zu erwartenden Fotos! Ein Bravo auch an die wunderbare Gruppe und nicht zuletzt den Gästen!
Text: Ursula Stückle
Fotos: Ursula Stückle (8) Gérard Kesselhut (4)











